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Uwe Leuchtenberg.

Meine Reden im Landtag :

05.04.2006: Flüssiggas als Chance für mehr Versorgungssicherheit und Wettbewerb im Gasmarkt

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und
Kollegen!

Was ich bisher gehört habe, ist in fast allen Punkten richtig gewesen – das trifft aber auf alle meine Vorredner zu. Deshalb verstehe ich nicht, dass wir uns nicht auf einen gemeinsamen Antrag einigen können. Denn es wird nicht gefordert, dass die Landesregierung Anlandeterminals baut, sondern es wird auf einen breiten Energiemix gesetzt. Das sollten wir tun.

Bevor wir morgen unsere Gedanken zum Energiegipfel und den Möglichkeiten für NRW an dieser Stelle austauschen, haben wir heute schon die Chance, die ersten Weichen zu stellen. Wir als SPD-Fraktion sind dazu zumindest bereit und werden, wie bereits im Ausschuss, dem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zustimmen.

Flüssigerdgas ist eine Alternative, ein weiteres Standbein in der Versorgungssicherheit. Flüssigerdgas darf nicht, wie in vielen Diskussionen, mit LPG – Propan und Butan – verwechselt werden, dem flüssigen Gas, das viele von holländischen und mittlerweile auch von einigen deutschen Tankstellen kennen.

Flüssigerdgas soll und kann LPG einfach nicht ersetzen. Flüssiges Erdgas, LNG genannt, ist Methan und dient auch nicht als Ersatz für das immer stärkere Verbreitung findende CNG, komprimiertes Erdgas, das in Deutschland an immer mehr Tankstellen zu finden ist.

Es ist auch nicht sinnvoll, hier über konkurrierende Infrastrukturen nachzudenken, weil man damit das noch junge Pflänzchen Erdgas im Kraftfahrzeugbereich gefährdet. Flüssigerdgas kann aber zur Verbreiterung der Energiebezugsquellen und zur Vermeidung einseitiger Abhängigkeiten beitragen.

Aus diesem Grund werden der Bau und der Ausbau von LNG-Terminals geprüft. Mithilfe dieser Terminals kann LNG aus Übersee in Krisenzeiten und zur Preisregulierung importiert werden.

Flüssiggas ist weltweit auf dem Vormarsch. Das Gas wird tiefgekühlt auf Tankschiffen, also unabhängig von Pipelines, transportiert. So wird die Verfügbarkeit, solange wir Erdgas einsetzen, gesteigert.

Nach der Einschätzung von Fachleuten könnte der Anteil von Flüssiggas in Europa von jetzt 14 % bis zum Jahr 2020 auf 25 % der Gasversorgung steigen. Weltweit liegt der Anteil von LNG beim grenzüberschreitenden Gashandel mit rund 190 Milliarden m3 schon heute bei knapp 25 %. Dieses zunehmende Angebot kann zu einem Rückgang der überhitzten Ölpreise beitragen.

Trotz der zunehmenden internationalen Bedeutung von verflüssigtem Erdgas ist es für uns ganz klar, dass es in Deutschland nach wie vor nur begrenzte Chancen haben wird. Deutschland bleibt ein Pipeline-Land.

Trotzdem halten wir den Antrag für sinnvoll. Wir sollten mit Flüssigerdgas momentan jedoch nur einen Zweck verbinden: die Chance, mehr Versorgungssicherheit bei stabilen Preisen zu erlangen. Deshalb sollte NRW nicht zögern, alles Notwendige zu unternehmen und sich für den Bau von Anlandeterminals an deutschen Küsten einsetzen. – Danke schön.

(Beifall von SPD und GRÜNEN)


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