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Uwe Leuchtenberg.

Meine Reden im Landtag :

18.01.2006: Chancen des Programms Gebäudesanierung für NRW nutzen

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen!

Um es vorweg zu sagen – dann hört der ein oder andere vielleicht noch zu – : Wir werden den Antrag der Grünen unterstützen, weil wir es für selbstverständlich halten, alle Möglichkeiten zu nutzen, die gut für unser Land sind.

Gerade die geplante Einbeziehung des Mietwohnungsbaus eröffnet für Nordrhein-Westfalen große Chancen. Hier steht neben dem Gedanken des Umweltschutzes und der Entlastung von weiter steigenden Heizkosten der Beschäftigungsimpuls für die Bauwirtschaft für uns Sozialdemokraten an erster Stelle.

Investitionen in die Aufwertung bereits existierender Gebäude und in den bereits vorhandenen Siedlungsbestand tragen nicht nur zu mehr Wohnqualität, zu Kostensenkung und zum Klimaschutz bei; sie sichern und schaffen auch deutlich mehr Arbeitsplätze als Investitionen in Neubauten auf der grünen Wiese. Jede in die Wohngebäudesanierung investierte Milliarde Euro schafft etwa 26.000 Arbeitsplätze für ein Jahr.

Bei der Verbesserung des Umweltschutzes sind häufig individuelle Lösungen gefragt. Hier weist das Handwerk Stärken auf, indem es ergänzende Dienstleistungen anbietet, Nischen besetzt oder vorhandene Lösungen an spezielle Wünsche der Kunden anpasst.

Also bedeutet diese Initiative aus dem Koalitionsvertrag auf Bundesebene auch aktive Mittelstandsförderung. Dies erwarten wir auch von der Landesregierung.

Ungefähr zwei Drittel aller Wohngebäude Deutschlands wurden vor 1978 erbaut und entsprechen demzufolge nicht mehr den heutigen Ansprüchen an Heizungssysteme, Wärmedämmung und Wohnkomfort. In diesen Bereichen liegen enorme ökologische wie auch wirtschaftliche Potenziale für Mieter, für Eigentümer und für unsere gesamte Gesellschaft.

Aufgrund des hohen Energiebedarfs älterer Gebäude kann man durch den entsprechenden Einsatz von Wärmedämmmaßnahmen und durch Heizungserneuerung Energieeinsparungen von über 70 % erzielen. Neben der Sanierung von Wohngebäuden haben wir hier die Chance, den teilweise schlechten baulichen und energetischen Zustand vieler öffentlicher Gebäude, vor allem auch von Schulgebäuden, der sich auch in den zu hohen Betriebskosten bemerkbar macht, deutlich zu verbessern. Für unsere Kommunen, die ohnehin gezwungen sind, ihre Ausgaben zu reduzieren, ein echtes Einsparpotenzial!

Ansetzen lässt sich hier bei der Verbesserung der Gebäudehüllen und der Anlagetechnik. Es ist somit durchaus möglich, auch in Altbauten einen Energieverbrauch eines Niedrigenergiehauses zu erzielen, wie dies für Neubauten nach der Energieeinsparverordnung zumeist gefordert wird.

Unsere Forderungen lauten deshalb: NRW soll nicht nur das Energieland Nummer eins sein, sondern auch das Energieeffizienzland Nummer eins.

(Beifall von der SPD)

Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, auch dafür Sorge zu tragen, dass die Mittel schnell, möglichst unbürokratisch und vor der geplanten Mehrwertsteuererhöhung nach Nordrhein-Westfalen gelangen und bedarfsgerecht verteilt werden. Hierzu erwarten wir Ihre Vorstellungen und Planungen und freuen uns auf die Beratungen im Ausschuss. – Danke schön.


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