[Darstellung Größer 1 wählen.] [zum Inhalt (Taste Alt+8).] [zur Auswahl (Taste Alt+7).] (Taste Alt+6).

Uwe Leuchtenberg.

Meine Reden im Landtag :

03.02.2010: Der Hochschulsport: Querschnittsaufgabe der nordrhein-westfälischen Hochschulen und wichtiges Element der Profilbildung

Uwe Leuchtenberg (SPD):
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kollegen!

Schwarz-Gelb legt heute eine gute Forderung vor; das müssen wir schon anerkennen. Aber es ist eine gute Forderung mit einer schlechten Begründung. Damit es bei Ihnen sitzen bleibt, heute zum zweiten Mal: Bei einer Werbung für Kräuterbonbons würde man fragen: Wer hat’s denn erfunden? – Die Antwort wäre: Bestimmt nicht Sie!

Bei Ihnen scheint der Wahlkampf ausgebrochen zu sein. Einige von Ihnen meinen wohl, schnell noch ein Thema besetzen zu müssen, damit es so aussieht, als würden Sie an der Stelle etwas tun. Die Wahrheit ist jedoch eine andere: Das Thema wird schon lange bearbeitet, nämlich von uns. Sie haben bis heute blockiert.

Hätten Sie die Wichtigkeit früher erkannt oder würden es mit Ihrem Antrag ernst meinen, hätten wir bei diesem wirklich wichtigen Thema nicht drei Jahre durch schwarz-gelbes Nichtstun vertan. Bereits im Jahr 2007 hat die SPD-Landtagsfraktion im Ausschuss für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie einen Bericht zur Situation des Hochschulsports in Nordrhein-Westfalen angefordert. Der vorliegende Bericht hätte eine gute Grundlage für die Entwicklung des Hochschulsports in den letzten drei Jahren sein können.

In mehreren Beratungsrunden in den Jahren 2007 und 2008 – sowohl im Ausschuss für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie als auch im Sportausschuss des Landtags – forderte die SPD einen Aktionsplan für die Entwicklung des Hochschulsports und der hierfür erforderlichen Infrastruktur.

Das haben Sie bis heute verhindert.

Wir wissen, dass der Hochschulsport für die Studenten ein unerlässlicher Teil des Uni-Alltags ist. Denn durch ein starkes Angebot an Sportmöglichkeiten wird das Leben und Lernen an den Universitäten maßgeblich aufgewertet. Hochschulsport regt zu Austausch und zu Initiativen an. Grenzen von Semester- und Fakultätszugehörigkeit können durchbrochen werden. Die Teilnahme an einem Sportkurs bietet unter anderem beste Möglichkeiten, zu Studienbeginn erste Kontakte zu Studierenden untereinander zu knüpfen.

Sport und Kultur an unseren Hochschulen eröffnen aber nicht nur die Kontaktaufnahme der Studierenden untereinander, sondern bieten auch die Möglichkeit, soziale Kontakte zwischen Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten zu knüpfen. Dies kann dann die gemeinsame Verantwortung für Studium, Lehre und Forschung und die Identifikation mit der jeweiligen Hochschule deutlich stärken.

Die Förderung des Sports an unseren Hochschulen muss auf der Basis eines qualifizierten Angebots an Breitensport auch gute Rahmenbedingungen für Spitzensportler und Spitzensportlerinnen bieten. Das heißt: optimale Anbindung an Trainingstätten für den Spitzensport sowie Studienbedingungen, die es erlauben, Studium und Spitzensport miteinander vereinbaren zu können.

Seit 2007 ist nur wenig oder gar nichts zur Umsetzung dieser Ziele geschehen. Wertvolle Zeit ist durch Sie verloren gegangen. Wir fordern deshalb dazu auf, aus Ihren eigenen Berichten die Konsequenzen ziehen und Ihren Worten endlich Taten folgen lassen. Unterstützen Sie die Hochschulen tatsächlich bei der Aufnahme des Hochschulsports in ihr Profil- und Leistungsportfolio. Fördern Sie den Hochschulsport im Rahmen der haushaltspolitischen Möglichkeiten. Lassen Sie die Entwicklung von Einzelprojekten zu.

Wir sind uns ja mit Ihnen einig, dass der Ausbau der Sportanlagen vorangetrieben werden muss, das bisherige Engagement der Hochschulen anerkannt werden muss und der Hochschulsport in die Gesundheitsförderung einbezogen gehört.

Deshalb haben wir einen Entschließungsantrag eingebracht, den wir nach wie vor für richtig und wichtig halten. Dieser Entschließungsantrag ist in seinem Forderungsbereich mit Ihrem Antrag fast identisch, macht jedoch im Begründungsteil auch sehr deutlich, warum wir in Nordrhein-Westfalen noch nicht so weit sind. Wir bitten Sie, sich unserem Antrag anzuschließen. Falls Sie jedoch unverständlicherweise an Ihrem Antrag festhalten wollen, bitten wir um getrennte Abstimmung, und zwar – erstens – über den Begründungsteil I „Der Landtag stellt fest …“ und – zweitens – über den Abscnitt II „Der Landtag erklärt …“. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


Mehr zu diesem Thema:


- Zum Seitenanfang.